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Grundlagen zu Allergien:

Allergie nennen Allergologen eine entzündliche Reaktion unseres Immunsystems gegen Stoffe (Allergene), auf die andere Menschen normalerweise nicht reagieren. Unser Immunsystem besteht aus Billionen von Zellen, die sich hauptsächlich in den Lymphknoten, in der Haut und im Blut aufhalten. Für eine allergische Reaktion sind in erster Linie die Lymphozyten verantwortlich.

In der Kindheit werden die unreifen Lymphozyten in der "Thymusschule" zu allerlei Spezialisten ausgebildet, zum Beispiel      T-Helferzellen, T-Suppressorzellen oder T-Regulatorzellen. Diese Zellen haben gelernt, gegen wen sie im Notfall kämpfen sollen und wen oder was sie in Ruhe lassen sollen. Die Kontrolle dieser zellulären Prozesse übernehmen sogenannte regulatorische T-Zellen (Treg). Bei immer mehr Menschen, vor allem in den Industrieländern, egal wie alt sie sind, scheinen Teile der T-Lymphozyten zu vergessen, was sie einmal gelernt haben. Sie bekämpfen plötzlich Stoffe, die sie zuvor in Ruhe gelassen haben. Dabei ist es ihnen egal, ob dies Stoffe aus dem Pflanzen- oder Tierreich, chemische oder synthetische Stoffe sind. Die regulatorischen Zellen sind bei Allergikern vermindert.                                                                                                                                                                                      

B- Lymphozyten bilden Immunglobuline (z.B. IgE), auch Antikörper genannt, die sich an Mastzellen heften und nach Allergenkontakt eine Freisetzung von Histamin bewirken und damit eine allergische Sofortreaktion auslösen.                           (Auch gegen fast alle Organe unseres Körpers kann sich unser Immunsystem richten, aber das nennen die Ärzte dann nicht Allergie sondern Autoimmunerkrankung)

Vor allem in den Industrieländern entwickeln die Menschen, egal wie alt sie sind, gegen immer mehr Stoffe eine allergische Reaktionslage. Man nimmt an, das die Neigung dazu schon in den Erbanlagen angelegt ist. Häufig sind dann Stress, Luftverschmutzung und andere noch unbekannte Faktoren für das erstmalige Auftreten verantwortlich.

Bei einer allergischen Reaktion erweitern sich am Ort des Geschehens die Blutgefäße, damit möglichst viel Abwehrzellen dorthin gelangen können. Dadurch tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe, was zu Rötung und Schwellung führt. Die T-Lymphozyten sondern Kampf- und Botenstoffe ab, die Zytokine genannt werden. Diese reizen die feinen Hautnerven und verursachen so Juckreiz und Brennen. Bei Wespen- und Bienengiftallergie und einigen Nahrungsmittelallergien können auch schwere Schockzustände mit Atem- und Kreislaufstillstand auftreten.

Eine allergische Reaktionslage kann sich durch wiederholten Kontakt zu dem Allergen verschlimmern. Sie kann sich aber auch genau so gut von allein wieder zurück bilden. Auch durch eine bestimmte Immuntherapie, Hyposensibilisierung genannt, kann das Immunsystem wieder zu einer normalen Reaktionslage zurück gebracht werden. 

Häufige und wichtige Allergene:

Typ I:      ►Baum-, Gräser- und Kräuterpollen   ►Nahrungsmittel    ►Tierepithelien   ►Haustaub-und Vorratsmilben                       ►Insektengift      ►Schimmelpilze.  ► Ambrosia-Pollen siehe unten

Typ IV:    ►Metalle      ►Duft- und Aromastoffe      ►Konservierungs- und Farbstoffe.   

Auch gegen Medikamente, Kosmetika, Stoffe am Arbeitsplatz kann allergisch reagiert werden.                                              


Wie wird eine Allergie festgestellt?

Durch gezielte Fragen werden die wichtigen Beobachtungen der Patienten zu einem Profil zusammen gefasst. Diese Indizien werden anschließend durch Hauttests und eventuell auch durch Blutuntersuchungen überprüft.  


Wirksame Therapien bei Allergien:

In erster Linie sollte versucht werden, das auslösende Allergen zu meiden. Das ist aber oft nicht oder nur schwer möglich, zum Beispiel bei Pollen, Katzenepithelien, Hausstaubmilben oder Nickel.

Gegen die allergischen Symptome wie Juckreiz und Rötung helfen kalte Kompressen, Antihistaminika, Kortison,  Pimecrolimus, Tacrolimus, Nedocromil, Cromoglycinsäure, zum Teil Akupunktur und einiges mehr.

Die Hyposensibilisierung (SCIT) ist die einzige Therapie, die das Immunsystem wieder zu einer normalen Reaktion herunter-regulieren kann. Sie verhindert eine Ausweitung der Allergieneigung, vermindert häufig schon nach 6 Monaten deutlich die Beschwerden und beugt einer Asthmasentwicklung vor.                                                                                                                                                                                    Eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie bessert sich meistens auch im Verlauf der Immuntherapie. Bei Insektengiftallergie kann die SCIT lebensrettend wirken. Sie sollte nur von erfahrenen Allergologen nach einer ausführlichen Anamnese und Allergietestung durchgeführt werden.      

Bei uns wird sie fast schmerzfrei subkutan an der Rückseite des Oberarms durchgeführt. Für etwa zwei bis drei Monate wird mit langsam ansteigenden Dosierungen jede Woche einmal begonnen, in der Erhaltungsphase alle 4 bis 6 Wochen fortgesetzt.  Autoimmunerkrankungen, ß-Blocker gegen Bluthochdruck und Schwangerschaft sind Kontraindikationen einer SCIT.

Die Behandlung dauert normalerweise 3 bis 4 Jahre, bei Insektengiftallergie 5 Jahre und länger. Sie wirkt meistens schon nach einigen Monaten und wird in der Hand von erfahrenen Allergologen fast immer sehr gut vertragen. Eine Notfallausrüstung mit Notfallbesteck, Sauerstoff und Defibrillator sollten für evtl. Zwischenfälle vorhanden sein.    

Ambrosia-Beifuß: 2008 wurde in den Medien die Allergie auf Ambrosia-Pollen (Ragweed) stark thematisiert. Im Elbe-Weser-Raum sind nach unseren Informationen keine Fälle von gesichertem Zusammenhang von allergischen Beschwerden zu diesen Pollen beschrieben worden. In unserer Praxis gab es bislang keinen Patienten mit dieser Allergie. Kreuzreaktionen bei Beifuß-Pollen-Allergikern, die in Regionen südlich von Hannover reisen wollen, sind jedoch in den Monaten August bis Oktober möglich.

Sollten Sie doch den Verdacht auf eine Allergie bei sich gegenüber diesen Pollen haben, lassen Sie sich bei uns testen.

Vorbeugung:

Stillen in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten und der Beginn mit Beikost ab dem 5. - 7. Lebensmonat hat sich als vorbeugend gegen eine Entwicklung allergischer Erkrankungen bei familiärem Risiko zu Allergien bzw. Neurodermitis erwiesen. Der Verzehr von Seefisch mit Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft und Stillzeit und auch als Beikost beim Kind scheinen ebenfalls vorbeugend zu wirken.

Bei Kleinkindern mit genetisch bedingt gestörter Hautbarriere (leicht reizbare und trockene Haut) scheint frühe Exposition zu Katzenallergenen die frühe Entwicklung einer Neurodermitits zu fördern. Für Hausstaubmilben konnte dies nicht beobachtet werden.

 

  aktualisiert 17.04.10 Ha. 

 

 

            

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